Mark (Knochenmark) = MoaCh = מ&#1495

Hiob 21.22-24 Ist’s, dass einer zden EL* Erkenntnis lehrt, uja ihn, der Hohe richtigt*? Dieser stirbt im Gebein seiner Vollendung, alles von ihm ist sorglos und unbekümmert. Seine Umhüllungen sind mit Milch gefüllt, und das Mark seiner Gebeine ist getränkt.

An dieser Stelle soll nicht die Bedeutung des Hiob-Verses in seiner Gänze erklärt werden, wir beschränken den Blick hier nur auf das Mark der Gebeine und betrachten zwei weitere Verse aus den Psalmen und dem 5. Mose Buch:

Psalmen 66.15 Hinaufzuweihende der Markigen1 weihe ich dir hinauf mitsamt Räucherndem der Widder*; Rindvieh mitsamt Leitböcken mache ich bereit. Sä´LaH. 1e: Opfertiere.

Im Hebräischen steht hier das gleiche Wort wie im Hiob-Vers Mark, allerdings nicht auf Knochen bezogen, sondern auf Opfertiere. Außerdem steht es hier nun nicht mehr in der Einzahl, sondern in der Mehrzahl, weshalb es mit Markige übersetzt wurde.

5. Mose 12.27 Und deine Hinaufzuweihenden, das Fleisch und das Blut, machst du auf dem Altar JHWHs, deines ÄLoHI´M, bereit, und das Blut deiner Opfer wird ausgeschüttet aan den Altar JHWHs, deines ÄLoHI´M, uaber das Fleisch darfst du essen.

Opfertiere werden in LB66.15 mit Markige bezeichnet, in 5M12.27 wird dafür der Ausdruck das Fleisch und das Blut verwendet. Beide Begriffe werden synonym verwendet, beides steht für Hinaufzuweihendes. Der Zusammenhang zwischen Knochenmark und Blutbildung ist heutzutage gut erforscht, und es erstaunt, schon im Alten Testament zu lesen, dass sich das Mark im Gebein befindet. Mehr noch, in IB21.24 ist die Rede von einem getränkten Mark im Gebein und tatsächlich ist im blutbildenden Knochenmark ein hoher Anteil Wasser, während der Wasseranteil im nicht-blutbildenden Knochenmark deutlich niedriger ist.

Zellreiches, “rotes” Knochenmark besteht aus etwa 40% Wasser, 40% Fett und 20% Protein. Fettreiches, „gelbes“ Knochenmark besteht aus etwa 80% Fett, 15% Wasser und 5% Protein (aus: Ganzkörper-MR-Tomographie herausgegeben von Ernst J. Rummeny, Walter Heindel)

Die Buchstaben des hebräischen Wortes MoaCh = Mark geben weiteren Aufschluss, sie enthalten die Begriffe Trennung und Wasser.
hebr. Lautschrift deutsch [Anzahl] geistige Bedeutung
מח MoaCh Mark [1] Trennt Blut ab aus Wasser
מ Mem Wasser
ח Chet Trennung
מחימ MeChIM Markige [3]
Mark trennt Blut ab aus Wasser
Schon der Artikel Blut = DaM = דמ hat gezeigt, dass Blut umgeformtes Wasser ist, nun erfahren wir hier ganz konkret, wo dieser Vorgang stattfindet – im Knochenmark:

Die reifen Blutzellen werden aus dem Knochenmark ins Blut freigesetzt und übernehmen ihre Funktion im Körper Wissenswertes zu Blut (17. April 2012)

Zusammen mit den obigen Versen ergibt sich, dass Markige (Opfertiere) ein Synonym für Fleisch und Blut sind, denn:

 – Das Mark ist das Zentrum des Knochens, welcher vom Fleisch umhüllt wird

 – Das Mark ist das Zentrum der Bluterzeugung

Das Mark ist das Zentrum von Fleisch und Blut.

Durch das Wissen, dass im Mark eine Trennung von Blut aus Wasser stattfindet, wird das Verständnis des folgenden Verses des Neuen Testaments erleichtert:

Hebräer 4.12 Denn lebend ist das Wort des Gottes und innenwirkend* und schneidender, mehr als alljedes zweimündige* Schwert*, und durchreichend bis zur Teilung von Seele°* und Geist*, Gelenken, außerdem auch Mark und Mark, und ist Richtendes der Absichten* und Eindenkungen* des Herzens.

Gottes Gesetze erstrecken sich von der Trennung von Seele und Geist bis zur Trennung des Blutes vom Wasser im Mark, es sind also geistige-, wie auch Naturgesetze.   Synonyme Es ist schon sehr erstaunlich, mit welch tiefer inhaltlicher Entsprechung die beiden Begriffe Markige in Psalmen 66.15 und Fleisch und Blut in 5. Mose 12.27 verbunden sind. Man bedenke auch, dass es im ganzen Alten Testament nur vier Mal den Begriff Mark (in Einzahl und Mehrzahl) gibt. So kommt es überhaupt nicht auf eine hohe Häufigkeit an, auch ganz selten auftretende Worte können einen hohen geistigen Inhalt aufweisen. Eine Voraussetzung ist dabei, dass man beim Lesen aufmerksam auf Synonyme achtet, sie also sucht und untersucht.   Nicht-konkordante Bibeln Leider zeigen nicht-konkordant übersetzte Bibeln den obigen, erhellenden Zusammenhang nicht auf, hier beispielhaft Elberfelder, Luther und Neue Welt Übersetzung:  

ELO Psalmen 66.15 Brandopfer von Mastvieh will ich dir opfern samt Räucherwerk von Widdern; Rinder samt Böcken will ich opfern. (Sela.)

 

L45 Ich will dir feiste Brandopfer tun von gebrannten Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. Sela.

 

NWÜ Ganzbrandopfer von Masttieren werde ich dir opfern. Mit dem Opferrauch von Widdern. Ich werde einen Stier mit Ziegenböcken darbieten. Sẹla.

Und dies, obwohl sie den Begriff Mark verwenden:

 

ELO Hiob 21.24 Seine Gefäße sind voll Milch, und das Mark seiner Gebeine ist getränkt.

 

L45 sein Melkfaß ist voll Milch, und seine Gebeine werden gemästet mit Mark;

 

NWÜ [Wenn] seine eigenen Hüften voll Fett geworden sind. Und selbst das Mark seiner Gebeine getränkt wird.

  Hier verhält es sich im Prinzip wie in dem Spiel „Stille Post“, in dem mehrfach Nachrichten von Mitspielern aufgenommen und weitergegeben werden und am Ende ein großes Gelächter ausbricht, weil sich der Sinn der Originalnachricht obskur verwandelt hat. Obwohl bei einer Bibelübersetzung dieses „Spiel“ nur einmal durchlaufen wird, ist es bei nicht-konkordanten Übersetzungen nicht mehr möglich, den Originaltext durch eine Rückübersetzung wiederherzustellen. Schon die hebräischen Wortstämme würden nicht mehr stimmen, dies sollte uns nachdenklich machen. (Auch eine ins Hebräische zurückübersetzte konkordante Übersetzung würde nicht vollständig dem Original entsprechen, aber es gäbe eine hohe Entsprechung bei den Wortstämmen.) So soll dies nicht als Schelte von existierenden Bibelübersetzungen gewertet werden. Jeder Übersetzter wird sich sein Ziel gesetzt und nach besten Kräften daran gearbeitet haben. Aber so wie es eine Weiterentwicklung bei Schulbüchern gibt, gibt es auch eine Weiterentwicklung bei den Bibelübersetzungen. Auch sind die Leser kritischer geworden und in diversen Internet-Foren wird über die Herkunft so mancher Wortübersetzung diskutiert. Wer es genauer wissen will, setzt sich eben mit dem Hebräischen auseinander. In einer konkordanten Bibel liest es sich zwar i.a. nicht so flüssig wie in einer nicht-konkordanten Bibel, dafür aber hat man die Gewissheit, dass ein deutsches Wort, überall da wo es auftritt, eine Wortstammgleichheit mit dem hebräischen Pendant  hat. So ist die Übersetzung Markige für den Leser im ersten Moment zwar ungewöhnlich, aber er wird damit konsequent auf den Wortstamm Mark hingewiesen und hat dann Gelegenheit, wie oben gezeigt, Querverbindungen zu vergleichbaren Ausdrücken wie Fleisch und Blut herzustellen, um dann schließlich belont zu werden, nachdem man selbst den Dingen auf den Grund gegangen ist. Will man den Dingen auf den Grund gehen, muss man wohl zuerst den Worten auf den Grund gehen, jedenfalls gilt im Hebräischen: Wort = Sache = DaBhaR.  

Psalmen 119.160 Haupt deines Wortes ist Wahrheit, und für äonisch ist alle Richtigung* deiner Gerechtigkeit.

 

Autor: Dabharius

Die besondere Nähe zu hebräischen Worten bzw. Buchstaben fand seinen Anfang, durch das Buch "Das verlorene Wort" von M. Kahir. Als ich dann eine konkordante deutsche Bibel-Software gefunden hatte, begann ich mit der Suche nach hebräischen Wortbedeutungen. Seit 2009 betreibe ich dieses Bibel-Wortstudium und finde immer mehr Zusammenhänge, von denen ich meine, dass sie vielleicht auch andere interesssieren könnten.